VWA - Verwaltung- und WirtschaftsakademieStudium neben dem Beruf - Abend- und Wochenendvorlesungen für Berufstätige und Auszubildende

KREFELD. Neue Weiterbildungskooperation: Pflegewissenschaften im Krefelder Studiengang Gesundheits- und Sozialwesen

24.06.2009 - Die DRK Schwesternschaft Krefeld und die VWA Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie haben jetzt eine Kooperation zur gezielten Weiterbildung von Pflegekräften in Krefeld geschlossen: Ab September möchte die VWA in Krefeld ihren Studiengang zum „Gesundheits- und Sozial-Ökonom (VWA)“ mit dem Wahlmodul „Pflegewissenschaften“ anbieten. Damit erhält die Weiterbildung eine deutlich stärkere Ausrichtung auf die für die Pflege notwendigen Fortbildungsinhalte als bisher. Der zweite Vorteil: Für die Zielgruppe Krankenschwestern und -pfleger steht ortsnah eine Weiterbildungsmöglichkeit bis hin zu einem akademischen Studienabschluss zur Verfügung, unabhängig davon, ob die Pflegenden eine schulische Hochschulzulassung haben. Die Inhalte des Moduls „Pflegewissenschaften“ wurden von den DRK Schwesternschaften, der Universitätsklinik Essen und der VWA entwickelt.

 

Die Idee hinter dem neuen Modul basiert auf gravierenden Veränderungen im Berufsalltag der Pflegenden: „In den Kliniken und Pflegeheimen verlagern sich Managementaufgaben verbunden mit mehr Verantwortung auch für die wirtschaftlichen Aspekte immer mehr in den Aufgabenbereich der Stations- bzw. Wohnbereichsleitungen. Die Ebene der  Pflegedienst- bzw. Abteilungsleitungen, werden in vielen Bereichen aus Kostengründen abgeschafft“, schildert Karin Meincke, Oberin der DRK-Schwesternschaft Krefeld die Hintergründe. Im Prinzip heißt das, dass die Verantwortung für das wirtschaftliche und qualitätsorientierte Arbeiten eine Ebene nach unten verlagert wird, die Mitarbeiter auf dieser Ebene aber auch die entsprechenden Fortbildungsmöglichkeiten benötigen. Insgesamt ist der Arbeitsbereich vielschichtiger und anspruchsvoller geworden – vor allem dann, wenn die Schwestern und Pfleger sich beruflich weiter entwickeln möchten.

 

Das Modul „Pflegewissenschaften“ wurde speziell auf den Berufsalltag von Pflegekräften sowie der Leitung und des Managements verschiedener Versorgungsabteilungen zugeschnitten: Die Dozenten kombinieren wichtige, pflegerelevante Inhalte mit grundlegenden Soft Skills, betriebswirtschaftlichem Fachwissen und generalistischem Management-Know-how.

 

Die Studierenden lernen, auf pflegewissenschaftlichen Erkenntnissen beruhende Organisations- und Prozessmodelle zu erkennen, zu bewerten und mit ihnen im beruflichen Alltag umzugehen. Dazu gehören zum Beispiel der steigende Kostendruck, der zu immer häufigeren Veränderungen in den Prozess-Strukturen fühlt, das Ungleichgewicht zwischen den gleichbleibenden menschlichen, finanziellen und Materialressourcen und der stetig wachsenden Patientenzahl, aber auch die steigenden Erwartungen der Patienten an die Pflegeleistungen.

 

Inhalte sind u.a.

  • Geschichte der Krankenpflege, Public Health oder Pflege im internationalen Kontext
  • Pflegetheorien und -ansätze sowie deren Anwendung auf die Praxis
  • Der Pflegeprozess nach Fiechter/Meier, Leistungsmessung in der Pflege
  • Professionalisierung der Pflege, Case-Management, neues Verständnis der Pflege, organisationale Ansätze, alte und neue Strukturen
  • Pflegequalität, Methoden der Qualitätsmessung, Standards im juristischen Kontext
  • Pflegeforschung, Studien im Forschungsprozess, ethische Rahmenbedingungen, statistische Methodik

 

„Der Studiengang zum Gesundheits- und Sozialökonom (VWA) vermittelt insgesamt das betriebswirtschaftliche und organisatorische Know-how, um das häufig öffentlich gefordert ‚innovativ arbeitende Dienstleistungsunternehmen’ im Sozialbereich zu entwickeln und zu leiten“, erklärt Christoph Hohoff, Produktmanager Gesundheitswesen bei der VWA die Hintergründe, warum die VWA diese Fortbildung seit mehreren Jahren anbietet. Das fachspezifische Studium umfasst vier Semester und bietet dann Aufbaumöglichkeiten: Die VWA führt im zweiten Schritt ein „generalistisches Management-Studium“ (Dauer: 2 Semester) mit dem Wirtschafts-Diplom Abschluss zum Betriebswirt (VWA) durch. Aufbauend auf diesen  Abschluss kann in nur zwei weiteren Semestern der staatlich und international anerkannte Bachelor-Titel erworben werden. Alle Abschlüsse bauen aufeinander auf, jeder Studierende entscheidet, wann er/sie welche Stufe erreichen möchte. Die bereits erbrachten Leistungen werden in jedem Fall auf den nächsten Abschluss angerechnet.

 

„Für uns ist die Zusammenarbeit mit der VWA ein Teil des Aus- und Weiterbildungsauftrags, den unsere Mitglieder uns geben. Aufgabe der DRK-Schwesternschaft ist es, den Schwestern Angebote zu machen, die sie beruflich nach vorne bringen“, erklärt Oberin Karin Meincke, warum die Schwesternschaft die Zusammenarbeit mit der VWA entwickelt hat. Den Krefelder DRK-Schwestern bietet das die Möglichkeit, sich ortsnah und konzentriert für den Pflegebedarf weiterzubilden: Geschult wird zum Teil im Bildungszentrum der VWA, zum Teil im Mutterhaus der DRK Schwesternschaft. Die Fortbildung ist im Rahmen der Zertifizierungskriterien des Bologna-Prozesses von 1999 anerkannt, die Teilnehmenden erhalten die entsprechende Anzahl von Qualifizierungspunkten. Sie können für die Kosten der Fortbildung einen Bildungsscheck des Landes NRW (Zuschuss in Höhe von 500 Euro) beantragen. Voraussetzung dafür, dass der Studiengang in Krefeld stattfinden kann, ist die Teilnahme von 15 Studierenden aus Krefeld oder mit Wohnort im Gebiet bis zur niederländischen Grenze, ansonsten finden die Vorlesungen in Essen bzw. Duisburg statt.

 

Der Studiengang steht nicht nur Mitgliedern der Schwesternschaft zu Verfügung, sondern kann von allen Interessierten, die eine dreijährige, staatlich anerkannte Ausbildung in einem Pflegeberuf erfolgreich abgeschlossen haben, wahrgenommen werden.

 

Für alle Interessierten gibt es Infos am 02. Juli 2009 um 16.00 Uhr in einer Informationsveranstaltung im Haus der Schwesternschaft, Hohenzollernstraße 91 in Krefeld. Anmeldungen unter der Rufnummer 02151 58 97-0 erbeten.

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