Die VWA Verwaltungs- und Wirtschafts-Akademie Kassel feiert im Herbst ihr 20-jähriges Bestehen. Seit der Gründung profitieren zahlreiche Unternehmen davon, dass sich Mitarbeiter/-innen parallel zum Beruf auf akademischem Niveau weiterqualifizieren. Eine von ihnen ist Zisselpräsidentin Nancy Hirschfeld, die nach ihrem VWA-Abschluss die Leitung einer Unterabteilung in der operativen Logistik des Vertrieb Original Teile von VW in Kassel übernahm und heute für 250 Mitarbeiter verantwortlich ist. „Da ich parallel zu meiner Weiterbildung meine Berufserfahrung bei VW vertiefen wollte, war es eine hervorragende Alternative,
berufsbegleitend studieren zu können“, sagt sie. „Rückblickend war es genau das
Richtige. Ein Studium an der VWA vermittelt wissenschaftliches Know-how und
ermöglicht gleichzeitig die ebenso wichtige Praxiserfahrung im Unternehmen.“
Die Idee zur Gründung der VWA Kassel entstand in Frankfurt am Main. Auf Wunsch des VWA-Bundesverbandes hatte die Essener Stiftung BildungsCentrum der Wirtschaft (BCW) dort eine Verwaltungs- und Wirtschafts-Akademie ins Leben gerufen. In einer der ersten Kuratoriumssitzungen kam die Sprache auf Kassel: Auch dort solle man die Bildungs-Infrastruktur unterstützen. Mit Prof. Norbert Meckelein von der Universität Kassel fand sich ein Gründungsstudienleiter, der sich als engagierter Unterstützer der VWA insbesondere für die Entwicklung der berufsbegleitenden Studiengänge im Bereich Wirtschaftsinformatik einsetzte. Parallel übernahm Prof. Dr. Kurt Reding das Amt des Studienleiters für die übrigen Studiengänge, das er bis heute mit großer Motivation ausfüllt. So entwickelte sich die VWA im Laufe der Jahre zu einer eigenständigen und etablierten Einrichtung in der Bildungslandschaft der Region. Mit der Universität als Partner konnten Verträge zur Nutzung von Büro- und Vorlesungsräumlichkeiten geschlossen werden. Durch den früheren Präsidenten der Universität Kassel, Prof. Dr. Hans Brinckmann, erfuhr die VWA große Unterstützung, die sich bis heute durch Präsident Prof. Dr. rer. pol. Rolf-Dieter Postlep fortsetzt.
Ute Becker-Geisser ist seit 1998 Geschäftsleiterin der VWA Kassel. In ihrer Zeit hat sich die Zahl der Studierenden von 150 auf aktuell über 500 mehr als verdreifacht. „Wir haben in den vergangenen Jahren neue Schwerpunkte wie beispielsweise Controlling, Eventmanagement, Logistikmanagement oder auch Marketing & Kommunikation entwickelt, die sehr gefragt sind. Zudem bietet unser dreistufiges VWA-Modell heute die Möglichkeit, den staatlich anerkannten Bachelorabschluss zu erwerben. Damit unterstützen wir im Sinne von Bologna die Durchlässigkeit in die Hochschule auch für Berufstätige ohne Abitur.“
Hauptziel der VWA Kassel ist die Unterstützung der regionalen Wirtschaft. Harald Thiel, kaufmännischer Vorstand der Baunataler Diakonie Kassel, war einer der ersten 50 Studierenden an der VWA Kassel. Er hatte bereits den Diplom-Verwaltungswirt erworben und war damals im öffentlichen Dienst tätig. „Mir war sehr früh klar, dass in den öffentlichen Verwaltungen mehr betriebswirtschaftliches Know-how nötig ist“, sagt Thiel. „Aber den Job kündigen und BWL studieren? Das kam für mich nicht in Frage.“ Nach seinem VWAAbschluss machte ihm die Diakonie das Angebot, dort als Verwaltungsleiter zu arbeiten. „Obwohl ich Beamter auf Lebenszeit war, tat ich diesen Schritt.“ Seit 14 Jahren ist Thiel nun für die Diakonie im Einsatz. „Vieles von dem, was ich heute anwende, habe ich an der VWA gelernt. Das Studium ist sehr praxisorientiert. Einige meiner Mitarbeiter habe ich schon zur VWA geschickt, weil sie dort lernen, Dinge aus einer neuen Perspektive zu betrachten.“
Michael Stickeln, Bürgermeister der Stadt Warburg, studierte von 1996 bis 1999 an der VWA Kassel. Nach seinem Studium an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung des Landes NRW wollte er sein betriebswirtschaftliches Wissen erweitern. „Die VWA hat mich sehr gefordert, aber auch sehr gefördert“, erinnert er sich. „Dort arbeiten hochqualifizierte Dozenten, die Studierende aus den verschiedensten Berufen und Branchen abholen, auf einen Stand bringen und hervorragend unterrichten. Schon während des Studiums wurde ich zweimal befördert: erst zum Stadtoberinspektor, dann zum Büroleiter und Hauptamtsleiter der Stadt Volkmarsen.“ Für ihn waren vor allem die Präsenzvorlesungen wichtig. „Durch den persönlichen Austausch mit Kommilitonen und Dozenten konnten offene Fragen schnell geklärt werden. Außerdem war das Gefühl der Zusammengehörigkeit äußerst motivierend.“
Auch Nancy Hirschfeld hat das Studium an der VWA Kassel weitergebracht. Ihren Abschluss machte sie 2003, bis dahin hatte sie eine Assistenzstelle in der Depotbereichsleitung des Vertriebs Original Teile am Standort VW Kassel inne. Im Anschluss daran übernahm sie die Funktion als Unterabteilungsleiterin in einem Bereich der operativen Logistik, in dem Frauen eher selten vertreten sind. „Neben dem fachlichen Wissen, das ich an der VWA erworben habe, habe ich für meine berufliche Zukunft gelernt, meine Belastbarkeit einschätzen zu können und Stress zu managen. Als Personalverantwortliche kommt mir das heute zugute.“ Auch persönliche Kontakte, die während des Studiums entstanden sind, seien zum Teil noch vorhanden. „Die VWA kann ebenso als Wiege für Netzwerke funktionieren.“
Das kommende Wintersemester beginnt am 1. September 2010. Kurzfristige Anmeldungen sind noch möglich. Fragen beantwortet Geschäftsleiterin Ute Becker-Geisser unter 0561 804-3566 oder per E-Mail.